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Mind Maps

In der Schule drohte mein Gehirn zu platzen: Je mehr ich lernte, desto weniger konnte ich erreichen. Ein Teufelskreis. Bis …

Notenschnitt: 4,0. Tendenz: sinkend. Noch ein wenig schlechter und ich konnte einpacken. Nicht, dass mir der Wille gefehlt hätte – ich sah mich einem ganz anderen Dilemma gegenüber: Wenn ich weniger lernte, würde es weiter abwärts gehen, wenn ich mehr lernte:  das Gleiche.

Doch im Leben gibt es keine Zufälle: Zwei Monate vorher hatte ich einen Gutschein bekommen. Ein Ausweis für die Krefelder Mediothek.  Ich überlegte mir: Wo es Bücher über Indianer, Detektive und Schatzinseln gibt, da muss es doch auch Bücher über eine durchgreifende Nutzung des Gehirns geben. Im Gegensatz zu Tony Buzan wurde ich fündig – er wurde in seinem zweiten Studienjahr von der Bibliothekarin an die medizinische Abteilung verwiesen:

Es war das Jahr 1998 und ich zog Bücher aus den vergangenen drei Jahrzehnten aus dem Regal. Sie stanken, waren alt, staubig und sahen nicht wie Schatztruhen aus, in denen die Geheimnisse unseres Gehirns verschlossen waren. Eines der Bücher versuchte ich aufzuschlagen, aber die Seite war verklebt.

Ich wollte mich schon wieder umdrehen, da viel mein Blick auf ein Buch, welches deutlich herausstach: Das Mind-Map Buch. Es versprach nicht mehr als „die beste Methode zur Steigerung Ihres geistigen Potenzials“, „Das Schweizer Taschenmesser des Denkens“ zu sein. Ich wurde Mitglied der Mediothek und lieh mein erstes Buch aus.

Das Ergebnis war eine Mind-Map über mein Lernverhalten und wie ich es beeinflussen wollte. Ich nahm mir fest vor, es in den verbleibenden drei Monaten meines Schuljahres auszuprobieren. Am Ende hatte sich nicht nur mein Notendurchschnitt deutlich verbessert, sondern auch meine Konzentration, meine Allgemeinbildung und meine Fähigkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren.

Ein Jahr später gab ich Nachhilfeunterricht. Schülern, die ebenso „abrutschten“ wie es mir passiert war, Schüler, die noch nie etwas „auf die Beine“ bekommen hatten. Der Erfolg war riesig.

Das Mind-Map Buch hatte nicht nur mein geistiges, sondern mein universales Potenzial gesteigert. Ich versank in einer neuen Welt:

  • Wie funktioniert das Gehirn?
  • Wie lernt man das Lernen?
  • Wie lernt man das Erinnern?
  • Wie wird man kreativ?
  • Wie liest man am besten?
  • Gibt es eine allumfassende Technik, oder neue Entwicklungen?

Was auch immer ich dazu  zwischen die Finger bekam, ich verschlang es.  Ich war wie fasziniert von unserem Gehirn, den geistigen Fähigkeiten die in allen Lebensbereichen zum Erfolg verhelfen, einer Kreativität im Höchstformat und unserem außerordentlichen Gedächtnis.

14 Gründe fürs Mind Mapping

Heute sind Mind Maps eine Selbstverständlichkeit – glauben viele. Zugegeben, Menschen wie Tony Buzan, oder Maria Beyer für Deutschland oder ich und Sie tun viel dafür, Mind Maps bekannt zu machen und mit dem Wort weiß inzwischen jeder etwas zu verbinden. Die Menschen, die sich für das Mind Mapping entscheiden, stehen in eine Reihe „Großer Gehirne“, die auf besondere Art ihre Aufzeichnungen zu machen pflegten:

  • Albert Einstein,
  • Charles Darwin,
  • Christopher Columbus,
  • James Jocye,
  • John F. Kennedy,
  • Leonardo da Vinci,
  • Ludwig van Beethoven,
  • Michelangelo,
  • Pablo Picasso,
  • Sir Isaac Newton,
  • Thomas Edison,
  • Vincent van Gogh,
  • Walter H. Brattain und
  • William Blake.

Aber diese 14 Großen Gehirne sind nicht die 14 Gründe fürs Mind Mapping. Gucken Sie sich das mal an:

  1. Mind Maps machen Sie unglaublich flexibel. Immer wieder lassen sich an den unterschiedlichsten Stellen neue Zweige anfügen, ohne das Sie alles noch einmal abschreiben müssen. Außerdem können Sie Querverbindungen visualisieren, Zeichnungen und Bilder anbringen, Farb- und Symbolcodes einbinden und Mind Maps zusammenlegen. Dies Gründet Ihre Datenbank des Wissens und lässt Sie schnell und flexibel Neues aufnehmen und mitgestalten.
  2. Mind Maps machen Sie wesentlich produktiver.Durch eine deutliche Zeitersparnis und bessere Organisation können Sie Ihre Konzentration auf das Finden neuer Ideen lenken. Die Mind Map-Form unterstützt Sie dabei durch einen auf Assoziation – dem kreativen Finden von Ideen – gestützten Aufbau.
  3. Mind Maps verbessern Sie zum kreativen Problemlöser. Durch das zeitliche und räumliche Zusammenlegen von Schlüsselwörtern wird Ihre Kreativität erhöht. Das ganze Mind Map-Konzept setzt auf ein Zusammenspiel zwischen den Fähigkeiten der rechten und linken Gehirnhälften. Rechts lässt Sie kreativ sein, Links analytisch. Wenn beides gleichzeitig abläuft, kommen Sie zu den besten Ergebnissen.
  4. Mind Maps lassen Sie Informationslücken aufdecken.Das Gehirn strebt nach Vollständigkeit und Ganzheit. Mind Maps unterstützen das. Jederzeit können Sie an einen Zweig mit einem Schlüsselwort einen neuen Zweig anfügen. Ein Fragezeichen taucht auf? Hier fehlen Ihnen offenbar noch Informationen
  5. Mind Maps geben Ihnen die Möglichkeit, über die Art und Weise wie Sie denken, nachzudenken. Die multidimensionale Struktur der Mind Map macht es möglich, Themen von allen Seiten her zu betrachten. Die Gedankenlandkarte, Ihrer eigenen Konstruktion der Wirklichkeit im Bewusstsein, wird durch die Mind Map zu Papier gebracht und aufgedeckt.
  6. Mind Maps lassen Sie schneller zu Ergebnissen bei Schlüsselfragen kommen. Durch ein optimales Zusammenspiel der rechten und linken Gehirnhemisphären wird eine ganzheitliche Sichtweise gefördert, die das Lösen von Problemen wesentlich vereinfachen.
  7. Mind Maps helfen Ihnen, bessere Entscheidungen zu treffen. Und zu einer schnellen Problemlösung bekommen Sie noch eine gute Problemlösung oben drauf. Mind Maps lassen Sie Informationslücken auffüllen, kreativ sein und decken Ihre Denkfehler und Vorurteile auf. Dadurch können Sie Pro- und Contra-Argumente finden, bewerten und so zu einer sicheren Entscheidung gelangen.
  8. Mind Maps helfen Ihnen, besser organisiert zu sein. Im Getting Things Done ist (GTD) ist das Mind Mapping ein wesentliches Bestandteil zum Erreichen Ihrer Zielbilder bei Projekten. Viele Setzen sogar bei ihren Listen aufs Mind Mapping. Auf jeden Fall ermöglichen Ihnen Mind Maps Klarheit und Durchsicht im Zeitalter der Informationsflut. Und das wiederrum lässt sie zu einer klaren und einfachen Organisation Ihres Wissens kommen, mit dem Sie täglichen Anforderungen, Problemen und Aufgaben gegenübertreten.
  9. Mind Maps lassen Sie die Bäume sehen. Und den Wald. Von den Hauptzweigen, den Oberthemen, geht es immer weiter bis ins kleine Detail. Dies ermöglicht Ihnen Oberflächlichkeit, wenn sie angebracht ist (z.B. wenn es um Schnelligkeit oder Leichtverständlichkeit geht), und Detailliertheit zugleich.
  10. Mind Maps helfen Ihnen, Schlüsselaufgaben in Projekten zu identifizieren und Ihre Prioritäten darauf anzuwenden. Mind Maps ermöglichen Ihnen trotz – oder gerade wegen – ihrer runden Denkweise Hierarchie und (numerische) Ordnung. Das hilft Ihnen – zum Beispiel bei der natürlichen Projektplanung im GTD – zu Handlungsorientierung und Umsetzung zu gelangen – mit Ihren eigenen Prioritäten und Ideen.
  11. Mind Maps lassen Sie Zeit sparen. Sie notieren nur die relevanten Wörter: Sie sparen Zeit. Sie lesen nur die relevanten Wörter: Sie sparen Zeit. Sie suchen nur im Kontext relevanter Wörter nach einem bestimmten Schlüsselwort (Kein Textchaos!): Sie sparen Zeit.
  12. Mind Maps fördern Ihre Konzentration auf das Wesentliche.Wenn Sie all Ihre geistigen Fähigkeiten immer wieder aufs Neue nutzen, wird Ihr Gehirn zunehmend aufgeweckter und aufnahmebereiter. Schlüsselwörter lassen sich zudem leicht erkennen und es herrschen klare und treffende Assoziationen zwischen den Schlüsselwörtern. Dies verhindert Ablenkungen und ermöglicht eine Konzentration auf die entscheidenden Themen.
  13. Mind Maps machen es Ihrem Gehirn so einfach wie möglich. Leichte, gut visualisierte, bunte und mehrdimensionale Notizen  (sogenannte Mind Maps) machen es Ihrem Gehirn sehr leicht, neuen Inhalt zu akzeptieren und sich daran später wieder zu erinnern. Lineare Aufzeichnungen schaffen das nicht.
  14. Mind Maps bringen Sie an die Schwelle von neuen Erkenntnissen und Entdeckungen. Sie fördern den unendlichen Flow Ihrer Gedanken.Dies ist das Geheimnis unheimlichen Wissens, genialer Fähigkeiten und einer unglaublichen Weltoffenheit.

7 Schritte zur eigenen Mind Map

  1. Starten Sie in der MITTE eines quergelegten Blatt Papier. Warum? Der Start aus der Mitte heraus gibt Ihrem Gehirn die Freiheit sich in alle Richtungen auszubreiten und sich freier und natürlicher ausdrücken zu können.
  2. Nutzen Sie eine DARSTELLUNG oder ein Bildnis von Ihrem Hauptgedanken. Warum? Weil ein Bild mehr als tausend Worte sagt und Ihnen hilft, Ihre Vorstellungskraft einzusetzen. Ein Zentralbild ist interessanter, hält Sie fokussiert, hilft Ihnen bei der Konzentration und gibt Ihrem Gehirn einen neuen Impuls.
  3. Verwenden Sie FARBEN. Warum? Farben sind ebenso aufregend für Ihr Gehirn wie Bilder. Farbe flößt Ihren Mind Maps leben ein, führt Ihrem Kreativen Denken enorme Energie zu und es macht Spaß!
  4. VERBINDEN Sie Ihre HAUPTÄSTE mit den Zentralbild und verbinden Sie Level B- und Level C-Zweige zur den Hauptästen und Hauptzweigen hinzu, und so weiter. Warum? Weil das Gehirn mit Assoziationen arbeitet. Es verbindet zwei (oder drei, oder vier) Sachen miteinander. Wenn Sie die Zweige verbinden, werden Sie es beim Verstehen und Erinnern viel einfacher haben.
  5. Machen Sie Ihre ZWEIGE KURVIG statt gradlinig. Warum? Nichts ist langweiliger für Ihr Gehirn als grade Linien.
  6. Verwenden Sie EIN SCHLÜSSELWORT PRO LINIE. Warum? Weil einzelne Schlüsselwörter Ihrer Mind Map mehr Kraft und Flexibilität geben.
  7. Nutzen Sie auch zwischendurch BILDER [und Zeichnungen/Skizzen]. Warum? Weil jedes Bild – genau wie das Zentralbild – mehr sagt als tausend Worte. 10 Bilder in Ihrer Mind Map sind also das gleiche wie 10000 Worte in Ihren Aufzeichnungen.

Ich habe hier die Originalanleitung von Buzanworld.com übersetzt und das hat seinen Grund: Niemand kann das Konzept hinter den Mind Maps so schön erklären wie Tony und fast jeder der es versucht und vorher nicht darin ausgebildet wurde, scheitert. In meiner Schulzeit durfte ich noch 4mal an sogenannten Mind Map Schulungen teilnehmen. Es war immer sehr peinlich, den dann sagen zu müssen, dass sie so ziemlich alles falsch gemacht haben, was es falsch zu machen gab… Deshalb möchte ich Ihnen zwei Empfehlungen mitgeben. Lassen Sie sich von einem zertifizierten Mind Map Trainer im Anfertigen von Mind Maps unterrichten. Kaufen Sie sich Tony’s „Das Mind-Map-Buch“.

Eigentlich wollte ich Ihnen noch meine besten Tipps und Tricks bezüglich Mind Mapping verraten. Aber Tony hat es in seinen 7 Punkten geschafft, all das zu verbraten. Mit einer Ausnahme: Verwenden Sie Pfeile, wenn Sie Verbindungen innerhalb und zwischen den Verästelungen herstellen wollen!

“Das ist ja alles schön und gut, aber…”

Machen Sie eine Mind Map zum Thema „Sonne“, „Liebe“ oder „Lernen“. Das waren meine ersten 3 Mind Maps. Eigentlich wollte ich Ihnen eine Liste mit Anwendungsbereichen wie“Selbstanalyse, Problemlösung, Unterricht, Redemanuskript, Verwaltung“ etc. vorlegen. Aber dann kam mir wieder die Universalität von Mind Maps in den Sinn. Mind Maps gehen immer, egal ob im privaten Bereich oder in Ausbildung und Beruf. Sogar im GTD finden sie als Natürliche Planung  ihre Verwendung.

Wer sich das erste Mal mit Mind Maps beschäftigt hat einige Bedenken und Befürchtungen. Vermutlich denken Sie auch jetzt, dass Mind Mapping ein wenig seltsam ist.

Probieren Sie doch einfach mal ein oder zwei Wochen das Mind Mapping aus. Legen Sie Ihre vorgefassten Meinungen bei Seite und folgen Sie genau der Anleitung von Tony Buzan.

Erstellen Sie 100 Mind Maps. Das klingt viel, ist aber angesichts dessen, das eine Mind Map auch auf dem kleinen Schreibtischnotizblock entstehen kann, sehr wenig. Meine Inhaltskürzeste Mind Map enthielt nur meinen Namen, meine Inhaltsreichste Mind Map alles zum Thema Psychologie das ich weiß. Und meine größte Mind Map – ich habe nachgemessen, misst 3,5 m². Just try it!

Mind Map® ist ein weltweit eingetragenes Warenzeichen von The Buzan Organisation Ltd.
Mind Mapping® ist in Deutschland ein eingetragenes Warenzeichen von Maria Beyer, Kiel.

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