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Gedächtnispalast

Ein Kopf ohne Gedächtnis ist eine Festung ohne Besatzung.

Napoleon, frz. Herrscher

Schon länger plane ich an einem E-Book zu dem Thema und ab heute geht es in die heiße Phase!

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Zu Hofe am Gedächtnispalast

Ein Blick zum dunklen Himmel läst es einem eisig im Gesicht spüren: Schnee bedeckt das prachtvolle Gebiet um den prunkvollen Palast. Es heißt, dass niemand genau sagen kann, wie viele Räume der Palast eigentlich umfasst. Und noch zahlreicher sind wohl seine zahlreichen Gänge, Treppen und Flure, die Raum für Raum miteinander verbinden. Anfangs hatte der Haushälter des Königs noch die Einrichtungsgegenstände detailliert auf Papier festhalten lassen. Das war längst unmöglich geworden. Ständig lies der König neue Räume einrichten und stopfte sie mit farbenprächtige Einrichtungsgegenständen auf. Das große hölzerne Schlosstor steht an diesem Abend weit offen. Heute haben sich alle Höflinge versammelt: Dominic O’Brien, Jonathan Hancock, Andi Bell, Ben Pridmore, Clemens Meyer und Gunther Karsten haben sich als Berater des Königs versammelt. Sogar alte Weise wie Simonides von Keos waren und der Klerus, besonders der vom König sehr geschätzte Matteo Ricci, waren gekommen.

Mit einem Mal wurde das riesige Portal zum Kronsaal aufgestoßen und der König kommt herein. Der Herrscher war in seinen Palast zurückgekehrt. Den Palast des Gedächtnisses. Jedoch

Was ist ein Gedächtnispalast?

Ein Gedächtnispalast (engl. memory palace) ist eine visuelle Widerspiegelung Ihres Wissens in einem ganz bestimmten Bereich. Sie wurden  das erste Mal 1596 Jahrhundert in Italien durch den Jesuitenpriester Matteo Ricci entwickelt, der damit 50 000 chinesische Schriftzeichen lernte.

Was Matteo Ricci tat, war, einen unheimlich detailversessenen Palast zu bauen – in seiner Phantasie. Der Palast hatte hunderte Räume, und in jedem hatte er in Verbindung mit Möbeln oder Einrichtungsgegenständen der Palastzimmer chinesische Schriftzeichen abgelegt. Dadurch, dass er sich diese Räume mit einer enormen Vorstellungskraft, mit enormen visuellen Details, ins Gedächtnis rief, war es ihm möglich, sich wieder an die Schriftzeichen zu erinnern, denn er hatte mächtige Assoziationen zwischen seinen Palastzimmern und den Schriftzeichen entwickelt.

Die Geschichte um die Entstehung des Gedächtnispalastes hatte allerdings schon etwas früher angefangen, bei Simonides von Keos (* 557/556 v. Chr.; † 468/467):

„Bei einem Festmahl, das von einem thessalischen Edlen namens Skopas veranstaltet wurde, trug Simonides zu Ehren seines Gastgebers ein lyrisches Gedicht vor, das auch einen Abschnitt zum Ruhm von Kastor und Pollux enthielt. Der sparsame Skopas teilte dem Dichter mit, er werde ihm nur die Hälfte der für das Loblied vereinbarten Summe zahlen, den Rest solle er sich von den Zwillingsgöttern geben lassen, denen er das halbe Gedicht gewidmet habe. Wenig später wurde dem Simonides die Nachricht gebracht, draußen warteten zwei junge Männer, die ihn sprechen wollten. Er verließ das Festmahl, konnte aber draußen niemanden sehen. Während seiner Abwesenheit stürzte das Dach des Festsaals ein und begrub Skopas und seine Gäste unter seinen Trümmern. Die Leichen waren so zermalmt, dass die Verwandten, die sie zur Bestattung abholen wollten, sie nicht identifizieren konnten. Da sich aber Simonides daran erinnerte, wie sie bei Tisch gesessen hatten, konnte er den Angehörigen zeigen, welches jeweils ihr Toter war. Die unsichtbaren Besucher, Kastor und Pollux, hatten für ihren Anteil an dem Loblied freigebig gezahlt, indem sie Simonides unmittelbar vor dem Einsturz vom Festmahl entfernt hatten.“ –

Cicero, De oratore II

In antiken Rednerschulen wurde dieser Ansatz zum Merken zu einem feines und praktisches System weiterentwickelt. Den Schülern wurde beigebracht, sich das Innere großer Gebäude nach bestimmten Regeln in Abschnitte – bestimmte loci, Plätze – zu unterteilen und jeden fünften und zehnten Platz durch bestimmte Zeichen zu markieren. Informationen, die gemerkt werden sollten, wurden in auffällige Bilder verwandelt und abgelegt, eines nach dem anderen. (Daher kommt übrigens der Ausspruch „An erster Stelle…, an zweiter Stelle…“.) Der Redner musste nur noch durch sein Haus laufen, sich die Bilder der Reihenfolge nach ansehen und Ihre Bedeutung viel ihm wieder ein.

Fortgeschrittene konnten sich so sogar Wörter oder Sätze merken, größere Textpassagen ließen sich rezitieren. Römische Redner erreichten so unglaubliche Gedächtnisfähigkeiten.

Warum sollte ich einen Gedächtnispalast bauen?

Weil Sie immer schon König sein wollten? Die Vorteile eines Gedächtnispalastes sind enorm. Für Gedächtnisweltmeister und solche die es werden wollen und für Sie:

  • Der Gedächtnispalast gibt Ihren Merktechniken ein Zuhause
  • Mit Ihrem Gedächtnispalast merken Sie sich Informationen auf eine optimale und einfache Art und Weise
  • Der Gedächtnispalast wird Ihr Leben verändern: Sie werden von anderen für Ihre Gedächtnisleistungen bewundert werden und werden es einfacher als andere haben, sich etwas zu merken
  • Der Gedächtnispalast wird Ihr Erleben verändern: Wer sich viel merken kann, kann viele Informationen speichern und hat so auch viel Wissen, Wissen wächst umso schneller, desto mehr Wissen Sie schon haben. Entwickeln Sie Ihr Universalwissen!
  • Der Gedächtnispalast beeinflusst auch Ihre alltägliche Fähigkeit zum Merken und zur Konzentration
  • Der Gedächtnispalast fördert Assoziationen (Verknüpfungen), Imagination (Vorstellungskraft) und Fantasie. All das wird erheblich zu Ihren mentalen Fähigkeiten und Ihrer Kreativität beitragen.

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