5 Stufen zum Meistern aller Arbeitsabläufe

5 Stufen zum Meistern aller Arbeitsabläufe

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Man kann Zeit nicht managen. Aber man kann sich selbst managen. Im GTD geht es um die mentale Befreiung, nicht um das schneller werden.

  • GTD bricht Ihre Ziele auf die Ebene der Nächsten Schritte hinunter.
  • GTD hilf Ihnen, Ihre Ziele effektiv im Auge zu behalten.
  • GTD hilft Ihnen, Ihre Nächsten Ziele in den Zusammenhang zu bringen.
  • GTD ermöglicht Ihnen, Zeit für Ihre Zielschritte zu verwenden.
  • GTD lässt Sie sich auf Ihre Ziele konzentrieren.

Das Selbstmanagementsystem Getting Things Done von David Allen (Berater und Autor, „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ [I], „So kriege ich alles in den Griff“ [II]) basiert auf einem genialen Konzept, das Karate und Zen-Elemente enthält. Im Wesentlichen geht es darum, bei all den von außen auf uns eindringenden Dingen souverän und vor allem angemessen reagieren zu können; es geht darum, einen wasserklaren Geist zu haben, so wie ein See durch einen Stein ins wackeln gerät, aber dann wieder seine Ruhe findet.

In seinem Bestseller „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ stellt er dieses System zusammenfassend dar, aber seine Fans sind so zahlreich dass man seine Methode auch mit ein wenig surfen durch Blogs zusammensetzen kann.

Die Werkzeuge und Techniken können Sie fast alle selbst auswählen. Notizzettel, ein Handy, oder Textdateien oder echte Software  – Allen sagt das alles funktioniert, so lange Sie es auf die Art benutzen, die in seinem Buch vorgestellt ist.

Was Sie brauchen:

  • Stellen Sie sich vor, dass eine ganze Menge Menschen für Seminare und Treffen zu solchen einige Hunderter ausgeben – für die Ersteinrichtung habe ich grade mal 25 Euro gebraucht.
  • Sie müssen sich Zeitnehmen, am Anfang brauchen sie Zwei Tage, später sollten Sie wie ich mit 20 Minuten pro Woche auskommen.
  • Büromaterial: Aktensammelmappen, einen Stift, einen Kalender, ein bisschen Papier und einen Ablage – das ist alles was Sie brauchen, um loslegen zu können
  • Allens Buch: Sie müssen es natürlich nicht kaufen, aber „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ hat eine viele hilfreiche Details zum Einrichten und ist außerdem eine wunderbare Motivation – auch wenn es viele Blogs zum Thema gibt, die Philosophie oder den „theoretischen Unterbau“ dieses Systems habe ich noch nirgends so gut erklärt gefunden wie bei David Allen selbst.
  • Wenn Sie wollen: GTD-Software.  Denken Sie aber daran, wer die Systempflege klein halten will, sollte die Arbeitsmittel so simpel wie möglich halten.

1. Den Schreibtisch leer machen

ZIEL: Erfassen Sie alles, was Ihnen unterkommt und befreien Sie so Ihre mentale Energie und starten Sie, die Dinge geregelt zu kriegen.

GTD ist ein allumfassendes System, also machen Sie es sich nicht bequem. Der Schlüssel zum Erfolg ist der erste große Abwasch. Und für den brauchen Sie einen großen zwei Tage dauernden Erfassungsvorgang, während dem Sie alle losen Enden zusammenziehen, die Ihre Aufmerksamkeit benötigen: ungeöffnete Briefe, E-Mails, Schreibtischberge, Lesematerial, Kram  und alle Schränke, die Sie sich nicht mehr trauen aufzumachen. Für größere Sachen, die nicht in Ihre Schreibtischablage passen, sollten Sie sich auf einem kleinen Zettelchen einen kurzen Vermerk machen – vom kaputten Kühlschrank bis hin zur Autowaschanlage. David Allen schlägt vor, dass für jedes Projekt ein Extrablatt nehmen. Projekte, dass sind Ihre großen Ideen, die viele kleine Einzelschritte und Aufgaben erfordern bis Sie endlich da sind, wo sie hinwollen.

Wenn Sie all Ihren Kram zusammenhaben, ist es Zeit für eine „Gehirnwäsche“: Schreiben Sie alle Aufgaben und Projekte auf, die in Ihrem Bewusstsein aufblitzen, auch die Aspekte Ihres Lebens, die Sie gestalten und geregelt kriegen wollen, bevor Sie sterben.

2. Das Wesentliche

Haben Sie beim Auflisten daran gedacht?

Beruf:

  • Versicherungen
  • Versprechen und Verabredungen mit anderen
  • Einkäufe
  • Seminare und Trainings

Privat:

  • Urlaubspläne
  • Bücher, DVDs, CDs
  • Fahrzeug
  • Gesellschaftliche Angelegenheiten

3. Leeren Sie Ihre Eingangsbox

ZIEL: Machen Sie aus den Aufgaben durchführbare Schritte.

Wenn Sie Ihre unerledigten Angelegenheiten zusammenhaben, ist es an der Zeit diese Sachen durchzuarbeiten. Machen Sie sich keine Sorgen, dass bedeutet nicht, dass Sie jede einzelne Sache erledigen müssen. Mit Durcharbeiten meint David Allen, dass Sie einfach einen nächsten Schritten festlegen müssen: Das allernächste, was es zu tun gilt, egal ob es die Aufgabe löst oder nur dem Ziel näher bringt. Viele Sachen die Sie gesammelt haben, können Sie auch einfach wegwerfen.

Wie sieht es mit den nächsten Schritten aus? Angenommen, Sie wollen Ihre Garage auf Vordermann bringen und können das nicht, weil dort der kaputte Kühlschrank steht. Ihr  nächster Schritt wäre also „Peter anrufen, damit er ihn zur Reparatur abholt.“

Allen fügt noch einige Regeln hinzu:

Nur eine Sache zu einem Zeitpunkt: Im Eingangskorb oben anfangen, dann abarbeiten. Nicht mit der nächsten Sache weitermachen, bevor der nächste Schritt für die erste festgelegt ist. Manchmal muss man genau nachdenken, aber es einfach liegen zu lassen erledigt es ganz bestimmt nicht.

Zwei Minuten: Wenn Ihr nächster Schritt nur zwei Minuten dauert, erledigen Sie ihn sofort.

Delegieren oder eintragen: Alles was länger als zwei Minuten dauert kann entweder delegiert werden (machen Sie das auch sofort!) oder in ein sicheres System eingetragen werden (Termine und befristete Aufgaben in den Kalender, Nächste Schritte auf eine Liste, Archivmaterial in die Aktensammelmappen).

Achtung, achtung!

Verlieren Sie sich nicht im Aufräumen der Chaos-Schublade.

Es gibt Stellen im Haus, für deren Bearbeitung man zu lange bräuchte. Verlieren Sie sich nicht darin, sondern machen Sie einen Zettel mit „Schublade aufräumen“.

4. Füttern Sie Ihr sicheres System

ZIEL: Ordnen Sie Ihre Nächsten Schritte wiederauffindbaren Listen mit überprüfbaren Kategorien zu:

Ärmel hochkrempen, meine Damen und Herren, den jetzt kommen wir zum Eingemachten: Es ist Zeit fürs Organisieren.

Erfinden Sie Ihr eigenes System. Entwickeln Sie eine Kombination aus Kalender und Listen, die für Sie funktioniert – ich benutze beispielsweise dafür zwei Moleskine Notizbücher. Eine andere Möglichkeit ist die Benutzung von Software oder von Online Tools.

Ordnen Sie Ihre Nächsten Schritte nach Handlungskategorien:

  • Kontextlisten für Projekte: Alles was aus mehreren Aufgaben besteht hierhin! (Nächste Schritt –> Aufgaben –> Projekte.)
  • Terminkalender: Schritte, die an einem bestimmten Tag oder zu einer bestimmten Zeit durchgeführt werden müssen.
  • Nächste Schritte: Alles, was so bald wie möglich getan werden sollte
  • Warten Auf: Projekte und Schritte, die Ihnen wichtig sind und die Sie delegiert haben.
  • Machen Sie auch Listen für Ziele, die Sie langfristig erreichen wollen (Vielleicht/Irgendwann), und Checklisten, zum Beispiel mit Werten, die Ihre Arbeit beeinflussen.

5. Wöchentliche Durchsicht

ZIEL: Nehmen Sie sich wöchentlich Zeit, um Ihre Listen durchzusehen und zu überarbeiten, so dass Sie nichts übersehen oder unberücksichtigt lassen.

Das Leben ist ein ständiger Wandel. Neue Daten, neue Anforderungen und neue Möglichkeiten tauchen auf. Eben erst haben Sie alles organisiert, aber dann sind schon wieder neue Sachen da. Jetzt sind wir an dem Punkt, wo die meisten Leute nachlässig werden und sich damit viel kaputt machen.

Die wöchentliche Durchsicht ist essenziell. Es geht um eine verkürzte Version der vorherigen Schritte. Sie sammeln alle Ihre Dokumente, Notizen, Schreibtischberge und den Kram einer Woche und verteilen alles an Ihre Nächste Schritte und Organisiationsmittel.

Wer das getan hat, sollte Allens Checkliste für die wöchentliche Durchsicht von oben nach unten abarbeiten:

  1. Vergangene Woche im Kalender nach Vergessnem absuchen.
  2. Kommende Woche im Kalender ansehen und überarbeiten, damit Sie in Ihrem Kopf einen Überblick haben.
  3. Eine „Gehirnwäsche“ durchführen, also alles aufschreiben was Ihnen an Ideen in den Sinn kommt, egal ob es um die  nächste Woche geht oder nicht
  4. Die Projektlisten durchsehen und die Nächsten Schritte dafür festlegen
  5. Die Kontextlisten durchsehen und erledigte Schritte streichen
  6. Die „Warten auf“-Liste durchsehen und überfälliges anmahnen
  7. Die „Vielleicht/Irgendwann“ Liste angucken – gibt es Träume, die Sie jetzt verwirklichen können? Ist irgendetwas mittlerweile dringend geworden?
  8. Kreativ und Mutig sein – denken Sie über neue Möglichkeiten nach.

Die Dinge geregelt kriegen

ZIEL: Während kleine Schritte Ihre Liste verlassen, sollten Sie über die größeren Projekte und Ziele in Ihrem Leben nachdenken.

Wer die kleinen Schritte in Angriff nimmt, muss auf ein Streben nach höherem Vertrauen – egal ob es Ihnen von Ihren Eltern, Ihrem Gewissen, einem Gott, der Natur, Ihrer Intuition oder wem auch immer eingegeben wurde. Dabei gibt es eine Reihe von Ebenen, die Allen vorstellt:

In diesem Moment: Überlegen Sie, in welchem Kontext Sie sich befinden, wie viel Zeit haben Sie, wie viel Energie haben Sie, was sind Ihre Prioritäten. So finden Sie sicher einen Nächsten Schritt, den Sie erledigen können.

Alltag: Wir beschäftigen uns jeden Tag mit drei Arten von Tätigkeiten – den vordefinierten Aufgaben (Kalender, Listen), den plötzlich anfallenden Aufgaben (was Sie in höchstens 2 Minuten sofort erledigen) und der Aufgabenplanung. Der Schlüssel zum Erfolg ist es, dass die eine Tätigkeit nicht überhand gegenüber den anderen beiden gewinnt.

Durchsehen: Allen sagt, dass es drei Stufen gibt, von denen Sie auf Ihre Arbeit gucken können, das Rollbahn (aktuelle Tätigkeiten), „10 000 Fuß“ (Langzeitprojekte), „50 000 Fuß“ (das ganze Leben). Dabei sollen Sie nicht – wie von anderen Systemen häufig propagiert, von oben nach unten schauen, sondern unten beginnen und wie ein Adler langsam nach oben aufsteigen. Denn nur wer seinen Geist von Ablenkung und Sorge befreit, der schafft Platz für das effektive setzen von höheren Zielen.

Die große Idee

GTD zum Laufen bringen

Es ist wichtig, dass Sie ALLE Ihre Aufgaben, ob persönlich oder privat, erfassen, damit GTD funktionieren kann. Ein kleiner Fehler im System kann große Probleme schaffen. Wenn ihre Nächste Schritte Liste nicht aktuell ist, verlieren Sie Ihr Vertrauen zur Liste und werden Die Dinge darauf nicht mehr erledigen.


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2 Kommentare

  1. Brigitte
    Erstellt am 9. März 2010 um 23:15 | Permanent-Link

    Puuuhhh! Funktioniert das wirklich? Mir wird schon allein vom Lesen schwindelig!
    Meine Hypothese: Das funktioniert bei Leuten, die sich mindestens schon mal für so ein System interessieren können. Mich erschreckt ja schon der Gedanke daran.
    Uns kreativen Chaoten und Träumern/Trödlern gelingt das nicht! 1. Kann ich mich gar nicht zu diesen zwei Tagen aufraffen, 2. Schaffe ich das nie in zwei Tagen.
    heißt das, dass ich folglich meine Dinge nicht geregelt kriege? Total ineffizient! – Nein, nein, mal langsam! Es geht immer auch anders.
    Auch Umwege sind schön und man findet dort immer wieder kleine wunderschöne Blümchen.
    Ein leerer Schreibtisch – ach ja, wäre manchmal schön, Aber wo finde ich dann meine Sachen? Muss ich halt anderswo suchen und leider fällt mir dabei nicht die kleine Erinnerung an … in die Hände …
    Herzlichen Gruß
    Brigitte

  2. Erstellt am 10. März 2010 um 18:30 | Permanent-Link

    Hallo Brigitte,
    auch wenn es mir schwerfällt: Ich muss Ihnen widersprechen. Mich erinnert Ihre Argumentation nämlich an Standardantworten wie”Wer aufräumt ist zu faul zum suchen” und ich finde, dass sich das alles nach dem verklärten Bild vom “chaotischen Kreativen” anhört.
    Wer sagt denn, dass Kreative Menschen keinen klaren Geist zum Denken brauchen? Und wer kann sich gegen Forschungsergebnisse der Psychologie zu Konzentration und Distraktoren wenden?
    Ich bin davon überzeugt, Kreative brauchen zwei Dinge:
    1. einen wasserklaren Geist: Den erhält man aber nur mit Ordnung und Struktur, wie ich auch schon in meinem Artikel zu Gewohnheiten geschrieben habe.
    2. Anregung: Die holt man sich aber nicht in Form von Überfrachtung und “Müll”, sondern durch die wenigen “kleinen Dinge im Leben” und durch anregende Arbeitsmaterialien.

    Noch etwas zum Aufraffen. Das ist denke ich ein Motivationsproblem. Praktisch, dass ich grade an einem Artikel zum Thema Motivation arbeite.

    Herzlicher Gruß

    Lukas

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