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Zielsetzung und Zielerreichung

“Wenn wir unsere Aufmerksamkeit mit etwas beschäftigen oder gleichsetzen, werden wir Glück empfinden, solange wir darin vertieft sind. Dieses Glücksgefühl kommt von unserem eigenen Selbst, wenn es auf etwas konzentriert ist, in dem wir aufgehen. Es ist seine eigene Widerspiegelung des Glücks, nicht etwa ein vorhandenes Glück in der Sache selbst, mit der es sich beschäftigt. Es ist so lange glücklich wie es ganz eins mit dieser Sache ist, von ihr in Anspruch genommen, mit ihr identifiziert.”
Kirpal Singh, spirit. Meister des Surat Shabd Yoga

Eine der wichtigsten Lehren in Kampfsportarten ist es einen klaren Geist zu haben. Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich zum ersten Mal einen klaren Geist hatte. Schlag Richtung Kopf, Kniestoß, Ellbogenhaken, Blocken, Ellbogenstoß, Tritt, Drehung. Alles funktionierte im wahrsten Sinne des Wortes „Schlag auf Schlag“. Das ist der Moment, in dem man seinem eigenen Können, seinen Fähigkeiten vertraut und sich die eigenen Handlungen von allein auf den Weg machen. Kung Fu. Erstaunlicherweise kommen die Schläge und Stöße an. Ein innerer Steuermann übernimmt die Kontrolle und sorgt für effektives Wirken und Agieren. Das ist Flow.

Scheinbar selten trifft man Flow bei der geistigen Arbeit wieder. Wie schön wäre es, eine zweistündige Klausur zu schreiben (oder in der Arbeitswelt einen zweistündigen Verhandlungsmarathon abzuhalten) und dabei in einen reißenden Fluss des Könnens, Problemlösens und Handelns zu gelangen. Es geht um das Gefühl, sein Bestes gegeben zu geben und sich dabei nicht zu überanstrengen.

Wer aber eine gute Performance, eine gute Willensdurchsetzung hinlegen will, der benötigt zunächst einmal Motive und Ziele. Vor der Durchsetzung dessen, was man erreichen will, kommt die Willensbildung. Es geht um Planung, um Zielsetzung. Motivation.

Lernen Sie in 4 Schritten Ihre Ziele kennen!

Ich möchte, dass Sie sich einen Stift und Papier zur Hand nehmen und sich einen besonders schönen Platz suchen, was Ihnen diesen Sommer wohl nicht schwer fallen wird. Was wir brauchen ist Inspiration. Und genügend Zeit. Vielleicht wird das eine der wichtigsten Stunden Ihres Lebens. Gleich werden Sie ein großes Bild malen, von ihrer Vision des eigenen Lebens. Eine Liste (oder eine Mind Map) voll mit Zielen, Wünschen, Veränderungen. Das Ideal der Begeisterung. Ihre Landkarte mit dem Pfad durchs Leben. Schreiben Sie Ihre Träume auf.  Verwenden Sie Ihren gesunden Menschenverstand und lassen Sie Ihre Ideen übersprudeln, arbeiten Sie ohne Beschränkung und legen Sie fest, wie alles sein soll. Wenn Sie nicht scheitern können, was würden Sie dann tun?

Was wollen Sie haben? Was wollen Sie tun? Was wollen Sie sein?

  1. Positive Ziele. Was wollen Sie erreichen? Seien Sie konkret und formulieren Sie nicht, was Sie vermeiden wollen, sondern was Sie erreichen wollen. Es geht nicht darum, was Sie abschaffen wollen, sondern wie Ihre Veränderung aussieht.
  2. Präzision. Seien Sie so genau wie möglich? Was sehen Sie, wenn Sie an Ihr Ziel denken? Wie fühlt es sich an? Was hören Sie, riechen Sie, schmecken Sie? Wer ist bei Ihnen? Wie fühlt es sich an? Sie benötigen alle Sinne, denn ihre Landkarte ist nicht bloß das Papier auf dem Sie schreiben. Was genau wollen Sie? Was genau sind Ihre Ziele?
  3. Wer immer nur mehr will, wird ertrinken. Was Sie brauchen, sind Kriterien, Maßstäbe mit denen Sie Ihr Ziel festmachen. Ziele sind qualitativ oder quantitativ konkret beschriebene Arbeits- und Verhaltenszustände. Sie brauchen eine Haltelinie, damit Sie wissen, wann Sie Ihr Ziel erreicht haben. Wer nicht weiß, wie viel es steht, der macht sich sorgen um seine Mannschaft, obwohl sie bereits am gewinnen ist.
  4. Erreichbare Ziele. Ihre Ziele müssen erreichbar sein. Sie selbst haben die Kontrolle! Um an ihr Ziel zu kommen, müssen Sie es auslösen können und selbst dahingelangen können. Nur Faktoren, die Sie selbst beeinflussen können, bringen Sie ans Ziel. Ihr Ziel darf nicht von Anderem und Anderen abhängen!

Die unterschiedlichen Zieldimensionen:

Ich bitte Sie noch einmal, Ihre Liste durchzugehen, damit wir sicher gehen können, dass sich alles auf Ihrem Blatt befindet. Haben Sie an alles gedacht? Hier ein kleiner Katalog:

  • Körper und Geist
  • Gesundheit
  • Ernährung
  • Mentale Kompetenz
  • Beruf und Leistung
  • Erfüllte Arbeit
  • Anerkennung
  • Karriere
  • Finanzieller Erfolg
  • Soziale Kontakte
  • Familie
  • Freunde
  • Gruppen
  • Soziale Kompetenzen
  • Lebenssinn
  • Kultur
  • Spiritualität
  • Liebe
  • Soziales Engagement
  • Lernen und Demut

Smarte Ziele

Wir haben Ihre Ziele bis hierher spezifisch (also präzise und eindeutig), messbar (quantitativ oder qualitativ), attraktiv (positiv, motivierend), realistisch (für Sie selbst erreichbar) formuliert. Was uns für Ziele, die smart sind,  noch fehlt, ist die Ziele terminiert zu formulieren. Das wollen wir jetzt erledigen. Früher hätte ich Sie aufgefordert, ein drittes Mal diese Liste durchzugehen und festzulegen, wann Sie Ihre einzelnen Ziele erreicht haben wollen. Heute weiß ich, dass eine andere Vorgehensweise viel findiger ist:

Wie Sie in 10 Stufen vom Festlegen der Zielbilder zu Ihrem Ziel gelangen

  1. Machen Sie sich Ihre Gegenwart bewusst. Wo stehen Sie in den Bereichen Ihre Lebens (nehmen Sie gegebenenfalls noch mal den Katalog von oben zur Hand)? Was ist Ihre Ausgangssituation, was ist der Ist-Zustand?
  2. Wählen Sie eines Ihrer Ziele aus. Vielleicht drängt sich intuitiv eines in den Vordergrund. Andernfalls gehen Sie einfach von oben nach unten Ihre Liste durch.
  3. Identifizieren Sie Zweifel, Einwände und Widerstände. Was hindert Sie daran, das Ziel zu erreichen? Wo in ihrem Körper spüren Sie Sorgen, Einwände, Zweifel? Hat dieses Hindernis einen Namen? Räumen Sie Ihre Zweifel, Einwände und Widerstände aus: Identifizieren und würdigen Sie die positiven Absichten, die hinter den Hindernissen stecken. Warum gibt es diese Ängste, Sorgen, Zweifel, Einwände, Widerstände? Welche Funktion erfüllen sie? Sorgen Sie dafür, dass genügend Sicherheit mit eingeplant wird? Wozu sind sie gut? Wer kann den Sinn und Zweck der hinter diesen positiven Absichten steckt, besser einnehmen? Ein mentaler Mentor? Ein Symbol? eine bestimmte Fähigkeit, die Sie innehaben? Wir wollen die positive Absicht nicht loswerden, sie soll präsent bleiben, sie stellt so etwas wie ein kleines Unterziel dar. Aber wir wollen nicht, dass die positive Absicht mit hinderlichem, negativen Stress verbunden im Kopf gehalten werden.
  4. Schaffen Sie einen Zeitrahmen. Wann wollen Sie Ihre Ziele erreicht haben? Jetzt? Bald? In fünf, zehn, zwanzig Jahren?
  5. Legen Sie realistische Ziele für die kommenden 365 Tage fest. Was wollen Sie dieses Jahr erreichen? Wählen Sie vier Ziele aus! Welche 4 sind Ihnen am wichtigsten? Was löst in Ihnen Energie und Vorfreude aus?
  6. Bunkern Sie Ihre Motivation. Für die ausgewählten vier Ziele sollten Sie sich jetzt überlegen, was Sie motiviert. Notieren Sie, warum es sich lohnt, „Blut, Schweiß und Tränen“ für das Ziel zu geben.
  7. Was würden Sie verpassen? Notieren Sie jetzt, was Sie wegen der Ziele verpassen werden. Was kosten die Ziele Ihnen? Was passiert, wenn Sie das Ziel nicht innerhalb der Frist erreichen?
  8. Wer müssen Sie sein? Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten benötigen Sie zur Erreichung Ihrer Ziele? Welche Ressourcen? Müssen Sie sich verändern? Braucht Ihre Persönlichkeit ein Lift up?
  9. Was hält Sie von der Zielerreichung ab? Was sind die Hürden und Hindernisse, die verhindern, ans Ziel zu kommen?
  10. Schritt für Schritt. Machen Sie anhand der vorangegangenen Erkenntnisse einen Plan, in dem Sie Schritt für Schritt ihren Weg vom Jetzt in die Zukunft, vom Motiv zur Zielerreichung beschreiben und planen. Und dann: Gehen Sie los!

“Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben, und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.”
Antoine de Saint-Exupéry, franz. Humanist und Schriftsteller

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