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Das Blog von Lukas Rütten

10 entscheidende Erkundungen für
Ihre persönliche Lebensvision

Zu Beginn des Jahres gibt es für mich zwei wichtige Ereignisse, die mit dem Nachdenken über den eigenen Lebensweg verbunden sind: Neujahr und heute mein Geburtstag.

„Ich mache mehr Sport!“ – „Ich verbringe mehr Zeit mit den Kindern!“ – „Ich höre mit dem Rauchen auf!“ – „Ich nehme mir mehr Zeit für meine Frau!“ – „Ich werde abnehmen!“

Früher haben die Erwachsenen zur Jahreswende von ihren guten Vorsätzen für das neue Jahr erzählt. Wenn ich gefragt wurde, äußerte ich nie welche, denn ich hatte über meine Kinderjahre hinweg eine wichtige Beobachtung gemacht: Es brachte nichts. Die Großen konnten noch so motiviert sein, es auch wirklich nötig haben, nach ein paar Monaten waren die guten Vorsätze gute Vorsätze geblieben aber Verhalten und vor allem die Gewohnheiten – die bei den guten Vorsätzen eine so wichtige Rolle spielen – hatten sich nicht geändert.

Und heute? Diesmal habe ich vier gute Vorsätze für das Jahr 2010:

  • Ich möchte spiritueller Leben,
  • mein Fitnessprogramm das ganze Jahr hinweg durchhalten,
  • Freundschaften verändern
  • und mein Studium erfolgreich fortführen.

Das kommt Ihnen wenig vor? Etwas oberflächlich? Lassen Sie mich zunächst einmal erklären, warum ich überhaupt wieder gute Vorsätze habe: Gute Vorsätze müssen eingebunden sein in die Lebensplanung, nur dann haben Sie eine Chance auf Erfolg. Meine vier Vorsätze sind eigentlich gar keine Vorsätze, sondern sind Schwerpunkte aus dieser Lebensplanung, auf die ich mich in diesem Jahr konzentrieren möchte. Und es sind deshalb so wenig Vorsätze, weil sie eigentlich auf die Dauer eines ganzen Lebens angelegt sind.

Nun mag zu körperlicher Fitness auch das Jahresziel fünf Kilo abzuspecken in dem man weniger Cola trinkt gehören oder mit Hilfe eines Hypnose-Seminars komplett mit dem Rauchen aufzuhören – aber das sind konkrete Handlungsanweisungen und Gewohnheitsveränderungen, die die Umsetzung dieser Jahresplanung betreffen. Meine Erkenntnis ist, dass es einen Dreischritt gibt: Lebensplanung – Jahresplanung (gute Vorsätze) – konkrete Veränderung von Verhalten und Gewohnheiten.

Entwickeln Sie persönliche Visionen und Traumbilder für Ihr Leben – fassen Sie ein Ziel ins Auge

Unser Verhalten und unsere Gewohnheiten verändern können wir nur, wenn wir wissen, was uns wichtig ist.

Sonst fassen wir zwar eine Reihe „guter Vorsätze“ und haben diese schnell wieder aus dem Bewusstsein verloren, wenn Alltagshektik und Stress wieder einsetzen. Gute Vorsätze die nicht in der eigene Lebensvision verankert sind, werden über Bord geworfen, sobald sich die ersten Widerstände zeigen. Leider ist es so, dass die Dinge, die wirklich wichtig sind meist nicht die dringenden sind. Und deshalb schieben wir Veränderungen unserer Gewohnheiten oft auf die lange Bank. Es ist nie dringend, mit den Kindern zu spielen (obwohl es ihrer Entwicklung gut tut), mit dem Partner zu reden (obwohl es für eine gelungene Beziehung wichtig ist) und mit den Eltern ein Gespräch zu führen (obwohl Sie noch soviel zu erzählen haben). Es ist nie dringend, sich zu fragen: Was soll aus meinem Leben werden (obwohl man sonst in eine tiefe Krise stürzen könnte). Welchen Sinn hat Ihr Leben?

Wer durch das Leben rast, hat am Ende nicht mehr Zeit. Eine Lebensplanung entwickelt man nicht zwischen Tür und Angel. Sie können natürlich nicht Ihr komplettes Leben umkrempeln. Es helfen auch keine Motivation-Programme, kein „Du schaffst es!“ oder ähnliches. Eine Veränderung wird ganz langsam geschehen, so dass Sie es vermutlich gar nicht merken. Ausgangslage dafür ist eine gute Lebensplanung, die den Bogen vom Früher und Hier und Jetzt in die ferne Zukunft spannt:

  1. Biographie – Der eigene Lebensweg. Beschreiben Sie Ihre Biographie. Welche Schulbildung haben Sie genossen? Welche Berufsbildung? An welchen Stationen haben Sie Berufserfahrungen gesammelt? In welchen Vereinen und Gesellschaften sind Sie Mitglied?
  2. Charakterstärken – Values In Action. Machen Sie einen Values in Action Test auf charakterstaerken.org oder persoenlichkeitsstaerken.ch und werden Sie sich über 24 Werte in Form einer Rangliste bewusst und reflektieren Sie so, wie sehr Sie diese Werte im Alltag leben.
  3. Schreiben Sie Ihre Persönliche Grabrede aus der Sicht eines guten Freundes[1. Wie man eine Grabrede schreibt (mit Beispiel) auf betterlifeblog]. Alter, Familie/ Kinder, Hobbys, wichtige biographische Daten, Erfolge, Fähigkeiten. Was machte den Verstorbenen besonders? Welche Ereignisse haben dich besonders berührt und warum? An was wirst du dich immer erinnern? Was mochtest du an ihm? Was wirst du am meisten vermissen? Was ist dem Verstorbenen besonders gelungen? Was ist sein „Meisterstück”? Eine kurze Zusammenfassung des Lebens, erwähne die verschiedenen Rollen, die er in seinem Leben gespielt hat. Zolle den Höhepunkten und Meilensteinen, die der Verstorbene erreicht hat, Anerkennung. Erzähl von speziellen Momenten, die du mit dem verstorbenen geteilt hast. Erwähne, was und wen er hinter sich lässt. Erinnerungen aufzählen mit wiederholtem „Ich erinnere mich an …”. Geschichten erzählen, den Verstorbenen in ihnen „wieder zum Leben erwecken”. Eine Aufzählung wichtiger Ereignisse. Ein Gedicht oder ein Zitat einbinden.
  4. Familiäres Erbe. Was verbinden Sie mit Ihrem Großvater väterlicherseits, mit Ihrer Großmutter väterlicherseits? Was verbinden Sie mit Ihrem Großvater mütterlicherseits, was mit Ihrer Großmutter mütterlicherseits? Was verbinden Sie mit Ihrem Vater, was verbinden Sie mit Ihrer Mutter? Was verbinden Sie mit anderen Familienmitgliedern (Onkel, Tanten). Welche Eigenschaften erkennen Sie an sich selbst wieder?
  5. Meine Lebenssituation, meine Lebensbetrachtung – Bestandsaufnahme. Was war Ihr erstes Erfolgserlebnis in der Kindheit? Wie war Ihr Elternhaus, wie verlief Ihre Erziehung? Wie viele Kinder waren Sie in Ihrer Familie und welche Wirkung hatte dies auf Sie? Wie stehen Sie zu Ihrem Vater? Was bewundern Sie an ihm? Welche Nachteile oder Probleme hat er? Wie verhält es sich mit Ihrer Mutter? Alles in allem – wie war Ihre Familie? Welches Beispiel für Harmonie in Ihrer Familie gibt es? Welches für Disharmonie? Welchen Einfluss hat Ihre Heimat auf Ihr Leben? Wie verhält es sich mit Ihrem Glauben und Ihrer Spiritualität? Interessieren Sie sich für Kunst, Kultur und Musik? Welche Persönlichkeiten schätzen Sie? Haben Sie ein Vorbild, eine innere Leitfigur? Wen mögen Sie? Wer hat den größten Einfluss auf Ihr Privat- und Berufsleben? Wann und wo fühlen Sie sich bestätigt? Welche Fähigkeiten, Erfahrungen und Kompetenzen (soziale, organisatorische, technologische, künstlerische, sonstige) haben Sie? Wann fühlen Sie sich schwach?
  6. Leitbild und Lebensvision – sieben Leitfragen. Was bewundern Sie an anderen? Warum sind andere Menschen in ihrem Umfeld glückliche Menschen? Was würden Sie tun, wenn Sie frei von jeglichen Zwängen wären? Warum würden Sie das tun? Welche waren Ihre größten Momente von Glück, Erfahrung und Erfüllung? Was können Sie am besten und was davon hat positiven Einfluss auf andere? Was sollten Sie unbedingt in ihrem Leben tun?
  7. Persönliche Nutzenperspektive – Beschreiben Sie den Ablauf Ihres persönlichen Traumtages. Angenommen Sie haben mit dem, was Sie tun, Erfolg. Was wäre das? Was würden Sie am liebsten tun, wenn Sie frei von jeglichen Zwängen wären? Welche Tätigkeiten in Ihrem Berufsleben haben für andere den größten Nutzen? Welche Tätigkeiten in Ihrem Privatleben haben für andere den größten Nutzen? Wählen Sie Ihr persönliches Vorbild aus. Wer hat Ihr Leben bisher beeinflusst? Was bewundern Sie an diesen Menschen? Was können Sie tun, um Ihr Leben ein bisschen besser zu gestalten?
  8. Persönliche Lebensvision. Schreiben Sie jetzt auf Grund der vorherigen Fragen Ihre persönliche Lebensvision auf. Orientieren Sie sich an Ihren bisherigen Erkenntnissen und Antworten und entwickeln Sie ein Bild ihres Lebens in den Bereichen Körper und Geist (Gesundheit, Ernährung, Bewegung, mentale Kompetenz), Beruf und Leistung (erfüllte Arbeit, Anerkennung, Karriere, finanzieller Erfolg), soziale Kontakte (Familie, Freunde, Gruppen, soziale Kompetenzen)), Lebenssinn (Kultur, Spiritualität, Liebe, soziales Engagement, Lernen und Demut).
  9. Lebensentwicklung. Zeichnen Sie ein Diagramm Ihrer bisherigen Lebensentwicklung. Setzen Sie emotionale Höhen und Tiefen fest und beschriften Sie diese. Geben Sie für das neue Jahr einen Zukunftstrend an.
  10. Lebenshüte oder Lebensrollen. Klären Sie, welche Rollen Sie im Leben haben? Sind diese Rollen von Ihnen selbst ausgewählt worden? Welche dieser Lebenshüte sind für Ihr Leben notwendig? Gibt es Rollen, bei denen keine Handlungen und persönliche Anstrengungen Ihrerseits erforderlich sind? Welche Prioritäten gibt es? Welche Lebenshüte stehen in den folgenden Lebensbereichen im Vordergrund? Familie/Verwandtschaft, Gesundheit, Bildung und Aus-/Weiterbildung, Arbeit, Freundschaft, Spiritualität, Soziales Engagement? Welche Lebensrollen haben Sie zurückgestellt? Welche sind ohne Handlungsbedarf?

Jetzt, wo Sie sich über Ihr Bild von Ihrer persönlichen Zukunft im klaren sind, können Sie auch auf das beginnende Jahr blicken und planen, wo Sie ihre Schwerpunkte setzen wollen um damit zu beginnen, sich Ihrem Zielbild zu nähern und eine „dynamische Balance“ in Ihrem Leben zu verwirklichen. Denken Sie beim festlegen einzelner Handlungsschritte in Ihrem Verhalten und in Ihren Gewohnheiten daran, dass diese Ritualisierungen Zeit brauchen und Sie mental anstrengen können. Immer schön eine Veränderung nach der anderen.

Foto: nono fara (nonocaptures ;))



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