Lernen mit Leuten – Gruppenarbeit
Am besten nehmen wir Informationen auf, wenn wir dazu viele Sinnesorgane nutzen. Eine US-Amerikanische Studie der University of Texas (Metcalf 1997) fand heraus, dass Menschen sich an
- 10 percent of what they read;
- 20 percent of what they hear;
- 30 percent of what they see;
- 50 percent of what they see and hear;
- 70 percent of what they say; and
- 90 percent of what they do and say
erinnern.
Gruppenarbeit
Sie behalten 90% von dem, was Sie sagen, während Sie es selbst erklären. Schon allein deshalb sollten Sie Gruppenarbeit nutzen. Aber nicht nur deshalb: Teamfähigkeit ist auch im späteren Berufsleben gefragt, genauso wie die eigenständige Koordination und Erarbeitung solcher Gruppentreffen (also im Berufsleben: Konferenzen und Meetings organisieren).
Gruppenarbeit bietet gegenüber dem Selbststudium viele Vorteile:
- Gruppendynamik steigert die persönliche Lernmotivation und hilft Ihnen über Motivationstiefs hinweg
- man erkennt rechtzeitig persönliche Wissenslücken
- unterschiedliche Problemlösungsansätze können ausführlicher diskutiert werde
- Diskussion und Interaktion werden trainiert
- Verständnis und Erinnern des Lernstoffs werden gefördert.
Wichtig ist, dass Sie die Grundlagen von Zuhören und Verstanden werden beherrschen:
- Fassen Sie das, was der andere sagt, in eigenen Worten zusammen.
- Beachten Sie Gestik und Mimik.
- Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Nur Nachfragen fördert das gemeinsame Verständnis und Überbrückt Informationsgefälle.
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Andere Ihnen nicht zuhört, fragen Sie freundlich nach, ob der Andere Sie richtig verstanden hat. Sagen Sie ihm klar, dass Sie möchten, dass er Ihnen zuhört oder warten Sie ab, bis er sich Ihnen wieder zuwendet.
- Drücken Sie sich verständlich aus.
- Bleiben Sie sachlich, greifen Sie den Anderen nicht an.
Praktische Ratschläge für Gruppenarbeit
- Meiner Erfahrung nach sollten Gruppen klein sein und nicht mehr als fünf Mitglieder umfassen. Wird die Gruppe zu groß, gibt es Reibungsverluste weil mehr organisiert und koordiniert werden muss und der persönliche Zugewinn wird immer kleiner.
- Geben Sie sich nicht mit den Blutsaugern ab. Achten Sie darauf, dass nur kompetente Mitglieder in Ihrer Gruppe vertreten sind.
- Halten Sie private Konflikte draußen. Diese haben nichts in der Gruppe zu suchen. Am Besten haben Sie eine Gruppe die in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen frei von Belastungen ist. Sonst wird alles gleich emotional und persönlich und nur wenig sachlich.
- Halten Sie sich an die Regeln. Alle. Wenn Regeln aufgestellt, (Termin-)Absprachen getroffen oder Abläufe festgelegt werden, müssen sich alle daran halten.
- Legen Sie gemeinsam einen festen Rahmen verbindlich fest: Wann, Wo, Was. Nach Möglichkeit immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort.
Als ich letztes Jahr Ende Oktober meine Zulassung für Betriebspädagogik und Wissenspsychologie sowie Politik an der RWTH Aachen erhielt, hatte ich den Einstieg in mein Studium um fast einen Monat verpasst. Wenn ich keine Möglichkeiten zur Gruppenarbeit gehabt hätte, hätte ich diesen Nachteil nicht ausgleichen können. Jedoch ging es nicht nur um das Ausgleichen eines Nachteils, die Gruppenarbeit ermöglichte, neue Leute kennen zu lernen, seine eigenen Auffassungen und Anschauungen zu diskutieren und einen erheblichen Zugewinn beim Lernen. Danke, Superlerngruppe!