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Klären Sie die Ziele Ihrer Uni-Karriere

„Es gibt einen bestimmten Punkt im Leben, an dem muss man aufstehen und sagen: Ja, genau das will und muss ich tun“

Branford Marsalis, amerik. Jazzmusiker

Studenten aufgepasst. Das neue Semester kommt schneller, als uns lieb ist. Vermutlich haben Sie – genau wie ich – vor, wieder ein Stückchen besser zu werden. Ich möchte heute mit Ihnen an Ihrer Motivation arbeiten. Sie ist der wichtigste und stärkste Schub, wenn es um Ihre Noten geht.  Dazu werden wir uns die drei entscheidenden Komponenten der Uni-Karriere ansehen: Die Universität an sich, der zukünftige Studienverlauf, Ihr bisheriges Abschneiden. Wir wollen genau rauskriegen, wo Sie an der Uni stehen und wohin Sie wollen.

Zunächst zur Makroebene:

  • Was hoffen Sie an der Universität zu erreichen? Geht es Ihnen darum, Spaß zu haben? Ein bestimmter Abschluss? Ein besonders gutes Einkommen? Schreiben Sie das alles auf! Es geht um Ihre langfristigen Ziele.
  • Danach machen Sie sich bitte mit Stift und Papier deutlich, was Sie dafür tun müssen, um nächstes Semester in jeder Prüfung mit einer 1,0 abzuschließen. Schreiben Sie alles so kleinschrittig wie möglich auf. Ihr Ziel muss nicht eine 1,0 sein, aber Sie müssen den Weg kennen, der Sie in diese Richtung führt. Deshalb: Schritt für Schritt. Auch wenn es nur Vermutungen sind, die Sie anstellen können. Seien Sie unheimlich spezifisch!
  • Schreiben Sie dann auf, warum Sie diese Universität gewählt haben? Sind mit ihr besondere Erfahrungswerte verknüpft? Hat sie einen besonders guten Ruf? Gibt es Ihr Fach nur dort? Hat sie besonders viele Forschungsmittel? Eine gut auf Studenten abgestimmte Einrichtung? Ist die Stadt cool? Gibt es Connections zur Wirtschaft? Schreiben Sie auch das alles auf! Es gibt keine falschen Antworten.
  • Schreiben Sie als Nächstes auf, warum Sie genau diese Ausbildung machen? Was liegt Ihnen an dem Fach? Warum ist es Ihnen wichtig, studiert zu haben? Was bedeutet Ihnen der Abschluss? Wo führt Sie dieses Studium hin?
  • Letzte Frage: Gefällt Ihnen, was Sie tun? Was fördert Ihre positive Sicht auf das Studium? Was ist dieser abträglich?

Jetzt zur Mikroebene:

Schreiben Sie sich auf, welche Veranstaltungen Sie im kommenden Semester belegen. An Ihrer Stelle, würde ich das als eine Mind Map machen…. Zu jeder Veranstaltung müssen Sie die folgenden Fragen beantworten:

  • Was ist der Inhalt diese Veranstaltung? Wie passt Sie in das Gesamtkonzept Ihres Studiums? Was bringt Ihnen diese Veranstaltung beruflich? Wo sehen Sie Verbindungen zu vorherigen oder parallelen Veranstaltungen? Wo sehen Sie Verbindungen zu etwas, das außerhalb Ihres Universitätslebens geschieht?
  • Ist die Veranstaltung freiwillig oder eine Pflicht? Schreiben Sie das auf! Schreiben Sie auch auf, wenn Sie die Veranstaltung nur gewählt haben, weil Sie glauben, dass diese einfach sei. Seien Sie ehrlich! Warum diese Veranstaltung?
  • Wie einfach ist die jeweilige Veranstaltung, gemessen am notwendigen Arbeitsaufwand.  Wie wichtig ist diese Veranstaltung für Ihre eigenen, persönlichen Ziele? Wie sehr interessiert Sie das Thema dieser Veranstaltung? (Nehmen Sie eine Skala von 1-10. Die Zahl die Ihnen als erstes bei dem Interesse zum Thema in den Sinn kommt, sollten Sie notieren.
  • Was ist das Wichtigste, was ich in dieser Veranstaltung lernen soll? Wie kann dieses Lernziel mich näher an meine Makroziele bringen?

Wozu dieser Aufwand?

Ganz einfach. Zunächst einmal, übernehmen Sie wie in einem Vertrag Verantwortung. Sie verpflichten sich zu Ihren Zielen. Es ist unheimlich wichtig, sich darüber Klarheit zu schaffen, wie man an sein Ziel kommt. Was sind die großen Ziele, was sind die Etappenziele? Sie können jetzt eine Antwort dazu geben. Und Sie können sich später nicht rausreden. Das Sie alles auf Papier festgehalten haben, hat noch einen weiteren Vorteil: Sie können es sich auf leichte und problemlose Weise immer wieder bewusst machen. Und das ist ein großer Trumpf. Denn was Sie sich bewusst machen, sind nicht nur Ihre Ziele, sondern auch Ihre intrinsische Motivation zu all dem, womit Sie in der Uni konfrontiert sind. Nur in den wenigsten Fällen wird ein Student zu Studium und Fach gezwungen. Und selbst wenn, er kann dennoch auch eigene, intrinsische Motive mit dem Studium verbinden. Ich möchte, dass Sie mit diesen Zielen vor dem Auge ins Studium starten, und sich diese im Laufe des Semesters immer wieder bewusst machen. Sie werden Ihnen schon zeigen, wo es lang geht.

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