Belohnung – Wie mache ich das beim Lernen und Arbeiten richtig?
“Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.”
Katarina von Siena, ital. Mystikerin
Die erste Dimension des ganzheitlichen Lernens ist die Motivation. Und Motivation haben wir als den Antrieb ausgemacht, den Motor, der uns dazu bringt, ein Ziel zu erreichen. Ohne Motivation kommen Sie nicht ans Ziel. Und mit guten Treibstoffzusätzen klappt alles noch besser. Dieser Artikel soll sich darum kümmern, wie wir den Antrieb verstärken können. Es geht um Verstärkung und um Belohnung.
Verstärkung ist etwas, dass die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Sie ein bestimmtes Verhalten zeigen. Wenn Ihr Ziel eine gute Note ist, wird Sie vermutlich das Lernen als Verhalten dort hinbringen. Unsere Aufgabe ist es nun, dieses Verhalten zu verstärken.
Es gibt vier Wege, um die Motivation zu verstärken:
- Belohnen. Nach dem erreichen eines Teilziels belohnen Sie sich. Ich mache das gerne mit meiner Lieblingsschokolade, die ich normalerweise nicht im Haus habe. Beachten Sie dabei aber, dass Sie nicht den Fehler der Belohnstrafung machen. Suchen Sie sich eine echte Belohnung. Am einfachsten kann man sich mit einmaligen Erlebnissen oder Dingen belohnen. Eine Freundin bekam mal eine knatschrote Geldbörse nach erfolgreich bestandenem Abitur. Das war eine originelle Belohnung. Wenn Sie es schaffen, sich auf solche Art zu belohnen, dass es tatsächlich für Sie bedeutet, einen Mehrwert zu erreichen, dann haben Sie alles richtig gemacht. Es ist wie auf einer Treppe: Jede Stufe, die Sie weiter erklimmen, bringt Sie höher. Wenn jede Stufe aber auch ein echter Gewinn für Sie darstellt, haben Sie einen Grund, nach oben zu kommen. Ein kluger Mann sagte einmal: Der Grund warum so wenige die Karrieretreppe nach oben kommen, liegt darin, dass viele glauben, diese Treppe sei eine Rolltreppe.
- Unangenehmes entfernen. Unangenehmes zu entfernen ist eine etwas außergewöhnliche Art, sein Verhalten zu verstärken. Dennoch ist die Geschichte alt bekannt: Ein Junge aus der Vorstadtgosse macht sich tüchtig an die Arbeit und gelangt mit eiserner Willenskraft nach ganz oben. Die Verstärkung war, einfach gesagt, dass er aus seiner unangenehmen Umgebung herauskam.
- Entziehen. Wer nicht das richtige Verhalten zeigt, dem wird etwas entzogen. Hierauf beruhen die Selbstverpflichtungen und Verträge mit dem Selbst oft, mit denen man mehr, härter und besser Arbeiten und Lernen soll. Bevor das Gesamtziel nicht erreicht ist, darf nicht… Wer den Entzug streng mit dem Gesamtziel verknüpft, entgeht auch dem Problem der Belohnstrafung. Allerdings ist Entzug für Menschen wenig geeignet, man muss vorsichtig sein, dass man nicht mehr Schaden als Gutes anrichtet und nur wenige Menschen besitzen soviel Selbstkontrolle, dass ihnen das mittel- bis längerfristig gelingt.
- Bestrafen. Es ist nicht das nächtliche Spiel mit dem Partner gemeint (das währe vielleicht eine Belohnung, oder eben auch Entzug). Jedenfalls – Bestrafung mag bei Ratten oder Tauben noch ihren (wissenschaftlichen) Sinn machen, aber wir sind erwachsene Menschen. Niemandem muss ein negativer Reiz gegeben werden, damit er tut, was er selbst will.
Welche Verstärker setzen Sie ein? Machen Sie sich bewusst, was Ihrem Antrieb den Turbo gibt und übernehmen Sie die Kontrolle und den geplanten Einsatz von Belohnung, Entzug und der Überwindung von Unangenehmen.
“Arbeit ist häufig der Vater des Vergnügens.”
Voltaire (1694-1778), frz. Philosoph und Schriftsteller