22 Weisheiten
- der harte Weg zum Leben
(Foto: flattop341)
Lassen Sie uns nochmal die Ausgangsproblem vor unser geistiges Auge bringen: Es gibt zum einen da einen kleinen Schüler, der nicht weiß, wie er das, was er an Wissen vorgesetzt bekommt, verarbeiten soll (Lösungstechnik: Mind Mapping). Nach einiger Zeit wird er besser darin, er kann das Wissen verarbeiten. Aber Wissen wächst. Wir bekommen immer mehr Informationen vorgesetzt. Auf einmal spielt die Auswahl von Informationen, die Selektion, eine große Rolle (Speed Reading und andere Techniken der selektiven Wahrnehmung). Letztlich kann jeder auch diese Stufe meistern. Sowohl das Auswählen als auch das Verarbeiten der Informationen funktioniert. Dann kommt nur noch ein kleiner Schritt. Man will sich die Informationen merken. Dazu gibt es viele Möglichkeiten, den Computer oder eine Wissensdatenbank und letztlich auch noch ihr Gehirn, an dieser Stelle hört man dann vom Archivieren, Ordnung halten, aber auch von Gedächtnistechniken, besonders dem Gedächtnispalast.
Jetzt organisieren wir noch eben schnell unser äußeres Chaos mit ein wenig Lebensmanagement (Getting Things Done) und dann…
Haben Sie gedacht, damit haben Sie alles, was Sie für ein Leben à la Dienen und Lernen brauchen? Ja, das habe ich auch gedacht. Nur leider lief das Rad nicht sonderlich rund:
Irgendwie stand ich mir selbst im Weg. Disziplinlosigkeit, mein Ärger über die Unfähigkeit anderer, Perfektionismus, zu hohe Ansprüche an mich selbst.
Am schlimmsten war, dass ich ein souveränes Image bei anderen bekam. Wenn ich eine Rede halten muss, einen Vortrag mache, bin ich unheimlich nervös. Feuchte Hände, manchmal fürchte ich, meine Stimme bricht bald zusammen. Es ist die Panik, vor einem Publikum zu sprechen, dass man nicht laut Rhetorikbüchern nicht nur im Inhalt, sondern auch noch von seiner Person überzeugen muss. Doch eine enge Freundin hat neulich das bestätigt, was ich so oft höre: „Du wirkst so souverän, fast schon ein bisschen arrogant.“
Im Fernsehen habe ich gelernt: Menschen die Souverän wirken – Politiker zum Beispiel – können sich kein Bild der Schwäche in der Öffentlichkeit leisten. Ich weiß es mittlerweile besser: Wer souverän wirkt, kann keine Schwäche zeigen. Selbst wenn er es tut, wird er belächelt, oder es heißt man sei arrogant, würde übertreiben, hätte keinen Grund dazu. Wer souverän wirkt und Schwäche zeigt wird dadurch nicht menschlich, sondern gilt als Lügner, als Pokerface, als jemand, der es versteht, jederzeit die passenden Masken aufzulegen. Souveränität schließt alle anderen Gefühlszustände aus – zuerst nach außen, aber irgendwann auch nach innen.
Man muss lernen, mit all dem umzugehen. Das ist sehr aufwendig und ich kenne mich in der Sache nicht genug aus, als dass ich einen Musterweg – wenn es den überhaupt gibt – vorstellen könnte. Mir hat es sehr geholfen, mir über meine teils selbstzerstörerischen Gedankengänge klar zu werden, mir hat es sehr geholfen mich zu mehr Offenheit und zu mehr Ehrlichkeit zu zwingen. Ich habe mich viel mit NLP beschäftigt und dabei Strategien entwickelt um meine eigene Souveränität zu durchbrechen. Nicht zuletzt hat auch das Buch 4 Hour Work Week von Tim Ferris dazu beigetragen.
Ich laufe durch die Straßen und starre Leute an, bis sie wegblicken. Oder ich lege mich mitten in der Stadt einfach auf den Boden um zu entspannen. Ich winke fremden Leuten zu, rede einfach mit Fremden über Situationen die wir just in dem Augenblick erleben.
Es ist vielleicht ein bisschen verrückt – aber vielleicht hat es auch mit dem souverän wirken zu tun – ich habe mich früher nicht getraut Verkäufer anzusprechen. Heute gehe ich in Geschäfte und spreche sofort die Verkäufer an. Es sei denn ich bin mit einer Freundin unterwegs, die mich berät, mir hilft – Hilfe in Anspruch nehmen, ein Zeichen von Fehlbarkeit, ein Zeichen von Menschlichkeit. Vergangene Woche habe ich mir zwei violette Schals gekauft. Auf einmal starren Sie nicht mehr die Leute an, sondern die Leute beglotzen Sie.
Am Anfang kostet das alles Überwindung, jetzt macht es Spaß und morgen ist es einfach nur noch ein großartiges Gefühl. Leben. Leben ist für mich ein Gefühl. Und dieses Gefühl beginnt grade wieder warm zu werden.
Es gibt da so Problemgespräche… Vor kurzem habe ich in so einem Gespräch gesagt: Ich weiß, dass du grade versuchst auf dein erstes Fahrrad aufzusteigen. Ich kenne die Route und ich weiß dass sie lang ist. Aber ich weiß auch, dass du Anschub brauchst und das du demnächst stolz sein kannst, weil du nach ein paar Kilometern schon ohne Stützräder fährst.
Früher musste ich auch mal Fahrrad fahren lernen: Ich habe viel trainiert und geübt, damit ich mehr Erfahrung habe. Runterfallen und wieder aufsteigen. Und ich bin heute noch nicht fertig mit meiner Radfahrt. Aber ich kann schon den Hügel sehen auf den ich will.
Man redet in Metaphern, will motivieren. Ich sage oft, dass ich viel gelernt habe und mir vieles klarer geworden ist. Aber Was habe ich gelernt?
Diesmal will ich es euch schön sauber und ordentlich auflisten. 22 Weisheiten:
- Jeder Mensch ist einzigartig. Jeder Mensch hat sein eigenes berechtigtes Modell der Welt. Jeder lebt in seinem eigenen Modell der Welt.
- Geist, Körper und Umwelt bilden ein einheitliches System. Unsere geistige Einstellung beeinflusst unser psychisches und physisches Wohlbefinden. Ebenso kann das, was wir tun, auch unser Denken verändern.
- Menschen orientieren sich bei ihrem Handeln an Vorstellungen, ihrer “geistigen Landkarte” und nicht an der Welt selbst. Eine Landkarte, d.h. ein “Modell der Welt”, spiegelt also nicht die konkrete Welt wieder, sondern die Struktur, das Bild was ich von ihr habe – inklusive aller Wertungen die ich vornehme. Aber, die Landkarte ist nicht das Gebiet.
- Menschen sind nicht neurotisch, verrückt oder gebrochen. Sie treffen stets die beste Wahl aus dem, was ihnen an Optionen zur Verfügung steht.
- Jedes menschliche Verhalten ergibt einen Sinn, wenn es im Kontext der “geistigen Landkarte” der betreffenden Person gesehen wird.
- Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht.
- Jedes Verhalten ist in irgendeinem Kontext nützlich.
- Wenn das, was du tust, nicht funktioniert, tue etwas anderes.
- Flexibilität ist der Schlüssel zum Erfolg.
- Alles, was ein Mensch kann, ist erlernbar. Alles ist erreichbar, wenn die Aufgabe in hinreichend kleine Schritte unterteilt wird.
- Nur der Wahnsinnige ist sich absolut sicher.
- Es gibt keine schlechten Menschen, es gibt nur schlechte Zustände. Der positive Wert des Individuums bleibt konstant, die Angemessenheit des Verhaltens kann bezweifelt werden.
- Lernen heißt, einen Unterschied zu machen, wo vorher keiner war.
- Man kann auch gute Zustände noch verbessern.
- Menschen lernen.
- Jedes Problem beinhaltet ein Geschenk.
- Wenn das, was du tust nicht funktioniert, dann mache solange etwas anderes, bis du auf dem Weg zum Erfolg bist.
- Verstehen geht vor verstanden werden.
- Ein Ziel ist ein Traum mit einer Deadline.
- Leben bedeutet Begeisterung.
- Probleme sind Ziele, die auf dem Kopf stehen.
- Alles was Du brauchst, ist hier und jetzt vorhanden.
Vielleicht denken Sie mal darüber nach. Von 1 bis 22. Satz für Satz…
Beitrag geschrieben am 22.11.2009 um 05:17 durch Lukas Rütten
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Kategorie: Lernen, Lifestyledesign, Mental Performance
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